Phantom Naza Flyaway

Immer wieder liest man von so genannten Flyaway bei Multicoptern. Sehr häufig wird hier der DJI Phantom (1, 2, Visio, Plus...) genannt. Aber auch hin und wieder die Naza Flightcontrol. Diese ist auch in den genannten RTF Coptern verbaut.

Aus meiner langj√§hrigen Erfahrung als Modellbauer und Modellflieger und dem was ich bei der Reparatur der Phantoms gesehen habe, sind daf√ľr folgende Dinge ma√ügeblich verantwortlich:

 

1. Die verwendete RC Anlage ist defekt / von schlechter Qualität:

Bei RTF Modellen wird auch eine Fernbedienung mitgeliefert. Diese ist meist qualitativ nicht sehr hochwertig, denn man muss ja sparen. Die verbauten Potentiometer¬†sind sehr schnell verschlissen. Das Resultat ist dann, das die Sticks nicht immer den Mittelpunkt korrekt erreichen. Das kann man in der Software am PC dann sch√∂n sehen. Sticks ansto√üen und beobachten ob die Schiebregler¬†jedes Mal wieder gr√ľn werden.

Schaut man auf die Regler in der Software sieht man häufig ein vibrieren. Da sieht man bereits, dass die Potis keine sauberen Werte liefern. Das kann man auch bei vielen billigen Sendern beobachten. Das fällt bei einem Flugzeug kaum auf, bei einem Multicopter ist das aber ein Problem, denn: Der Copter sieht hier einen Steuerinput vom Piloten und macht eben genau das, was die Anlage liefert. Das kann bei defektem Poti auch mal ein Flyaway sein.

L√∂sung: Umbau auf einen zuverl√§ssigen RC Sender.¬†Hier ist meine Empfehlung.¬†Und wer das nicht selbst kann,¬†hier gibts den Bauservice daf√ľr.

 

2. Der Pilot ist im IOC / Homelock Modus:

Moderne Flightcontrols unterst√ľtzen Kompass Flugmodi. Das nennt sich dann Haedfree, IOC, Homelock, Easy Mode... Alle machen letztlich das gleiche. Der Pilot stellt sich z.B. mit dem Blick¬†Richtung S√ľden auf. Der Copter zeigt mit der Nase auch nach S√ľden. Nun wird der Copter immer nach S√ľden fliegen, wenn der Pilot den Stick mach vorne dr√ľckt und nat√ľrlich immer nach Norden wenn er den Stick nach hinten zieht. Egal in welcher Seitlichen Lage sich der Copter befindet.

Alles sch√∂n¬†und gut, aber abgesehen davon, dass man so niemals fliegen lernt, wird das recht schnell zu einem Problem, wenn der Pilot z.B. auf die Idee kommt sich 90 Grad nacht links¬†zu drehen um dort etwas zu filmen. Jetzt ist nach vorne Dr√ľcken am Sender n√§mlich nicht mehr nach Vorne fliegen, sondern aus Blickrichtung des Piloten nach rechts! So steuert der Pilot aber immer noch nach dem im bekannten Flugverhalten aber leider nichts zu machen --> Flyaway!

Ein Kompass kann √ľbrigens auch durch Elektromagnetische St√∂rungen schnell mal verwirrt werden. Diese k√∂nnen auch durch riesige (illegale) Sendeleistungen eines FPV Sender hervorgerufen werden. Vielleicht auch nicht einmal durch die Sendeleistung, sondern durch den Motor des n√∂tigen K√ľhler-L√ľfters. Ein Motor dreht sich auf Grund magnetischer Felder. Wo baut man meist den FPV Sender beim Phantom hin? - Unten drunter, sch√∂n in die N√§he des Kompass, passt ja sonst nirgends. - Der Rest sollte klar sein.

Lösung: Diese Flugmodi nicht verwenden und direkt richtig fliegen lernen. Nur so kann man Herr der Lage sein und auch andere Modelle fliegen. Ganz zu schweigen davon, wenn ein Notfall eintritt oder der Kompass mal streikt. Außerdem sollte man von besagten FPV Sendern absehen.

Ich habe auch bereits Sender in der Hand gehabt, bei denen der Schalter, der mit dem IOC Mode belegt war, defekt war. Dieser hat dann je nach Laune hin und her geschaltet. Also unkontrollierbares Verhalten --> Flyaway. Um dem Vorzubeugen gilt auch hier die Lösung wie bei Punkt 1.

 

3. GPS Störung

Das von vielen Anf√§ngern geliebte GPS ist nicht perfekt. Es kann St√∂rungen geben, seien es Sonnenwinde, Gewitter, Hohe Bebauung oder der verr√ľckte Versuch mit dem Copter im GPS Mode Indoor fliegen zu wollen.¬†

Die Flight Control glaubt also pl√∂tzlich ganz woanders auf der¬†Erde¬†zu seien und leitet umgehende Failsafe ein. Denn in der FC hat man ja in der Software Grenzen eingestellt die der Copter nicht √ľberschreiten darf ( z.B. 200 m weit weg, 100m hoch). Und wieder: Flyaway.¬†

Ein Workaround hier ist das Failsafeverhalten auf "Sofort landen" einzustellen. Also kein Return to Home einleiten. Aber das hat auch direkt zur Folge, das man den Copter da aufsammeln muss wo er gelandet ist und man im Notfall keinen "komm zur√ľck" Knopf hat. Besser w√§re, das diese in der Software gesetzten Begrenzungen deaktiviert werden k√∂nnen, oder per Schalter am Sender abgeschaltet werden k√∂nnen. Auch k√∂nnte die Software mal so klug werden, eine pl√∂tzliche Positions√§nderung von mehreren 100m nicht zu werten.

Beim Einsatz von Taranis¬†+¬†Zaggometrie¬†hat der Pilot auch im Flug den √ľberblick wie viele Satelliten die Flightcontrol gerade hat. Diese pl√∂tzlichen St√∂rungen oder Verluste sehr vieler Sattelten konnte ich daher mehrfach beobachten.

 

4. GPS Antenne defekt

Selbst bei nur einem leichten Sturz kann die Keramikantenne des GPS Moduls beschädigt werden. Sie hält eben nicht viel mehr aus als eine Keramiktasse. Das bedeutet nicht, das sie gar nicht mehr funktioniert, sondern eben nur falsch und unzuverlässig.

Hier findest du mehr zur Reparatur der Antenne. 

 

5. Störung der RC Anlage

Billige RTF Funken verwenden meist kein Hopping der Frequenzen, sondern bleiben stur auf einer Frequenz, die beim Start frei war. Hier stehen z.B. 4 Kan√§le zur Verf√ľgung. Ist man nun in der Luft und es kommen weitere Quellen f√ľr 2,4 / 5,8 Ghz dazu (Handy, andere RC Anlagen, Wlan...) ist es hier schnell vorbei mit dem Fliegen. Resultat Failsafe, wenn alles gut geht wieder zum Startpunkt. Wenn nicht in den n√§chsten Baum. Also: Flyaway!

L√∂sung: Wie bei 1. Umbau auf einen zuverl√§ssigen RC Sender.¬†Hier ist meine Empfehlung.¬†Und wer das nicht selbst kann,¬†hier gibts den Bauservice daf√ľr.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren