Jahresbericht E-Auto (Erfahrung mit Renault Zoe und Nissan Leaf)

 

1 Jahr ist rum, Zeit fĂŒr die Statistik. 22222 km rein elektrisch mit dem Leaf abgerissen. 3333 kWh Strom verbraucht. Kosten fĂŒr den Strom theoretisch rund 800€. Aber hauptsĂ€chlich zu Hause an der Solar-Inselanalage geladen und kostenlos bei den Stadtwerken MĂŒnster (Ökostrom). Effektiv rund 200€ Stromkosten laut der Messung an meiner Smarthome LadesĂ€ule. Zum Vergleich: Unser alter Qashqai 2.0 Diesel hĂ€tte auf der gleichen Strecke gut Diesel fĂŒr 2000€ verbrannt und ein Ölwechsel fĂŒr 200€ wĂ€re auch noch fĂ€llig. Mein Fazit nach einem Jahr E-MobilitĂ€t: klar, man kann am StĂŒck keine 750 km fahren, aber wann kommt das vor? FĂŒr 750 km muss ich mit dem Leaf gut eine Stunde in Form von zwei Ladepausen a ca. 30 Min mehr einplanen. Macht mir das was? - Nein. Im Gegenteil, es ist bei solchen langen Strecken vielleicht auch sicherer und gesĂŒnder eine kurze Pause zu machen.


Die Fraktion "Bleifuss" wird durch das mit Sicherheit bald kommende Tempolimit auch ausgebremst und muss sich dann an eine normale Fahrweise gewöhnen.


Das Ladenetz ist ganz klar bei unseren Nachbarn in den NL wesentlich besser, aber in den letzten 2 Jahren hat man in Deutschland schon etwas aufgeholt. Mein Eindruck ist, dass wĂ€hrend in Deutschland noch diskutiert wird andere LĂ€nder einfach machen und damit viel weiter sind. Kritiker verweisen immer gerne auf die Lithium Gewinnung. Diese sei nicht umweltfreundlich. Das der Hauptteil dieses Rohstoffes aber fĂŒr deren Handy, Laptop, Powerbank oder sonstiges Spielzeug drauf geht wissen sie nicht 😉. Auch ist Ölförderung, Transport und Verbrennung auch nicht gerade sauber. - aber der Treibstoff kommt ja bekanntlich aus der Tankstelle und nicht durch fracking aus dem Boden. Bei den Akkus oder Brennstoffzellen sehe ich noch viel Entwicklungspotenzial. - Bei einem Verbrennungsmotor nicht. Verbrennt etwas entsteht nun einmal Abgas. Man darf mich da nicht falsch verstehen ich habe nichts gegen den Diesel oder Benzinmotor. Bei unserem Wohnmobil oder bei einem LKW ist der Diesel wohl lange noch der beste Antrieb. Jemand der aber tĂ€glich bis 100 km zur Arbeit fĂ€hrt, der wird genauso gut oder sogar besser mit dem E-Auto auskommen. Ich fĂŒr meinen Teil finde es auch nicht schlimm, hier zu einer Minderheit zu gehören, denn schliesslich profitiert man mit Förderung aktuell sehr gut davon. Klar wird das nicht immer so bleiben, aber so lange das so ist, bin ich froh das schon seit einem Jahr zu nutzen. Und ich denke es wird noch lange so sein, da es etwas dauern wird bis die Fraktion "Stinken muss es" finanziell ausgeblutet ist. Denn jemand muss ja meine KFZsteuer zahlen. - ich muss es ja fĂŒr die nĂ€chsten 9 Jahre nicht. 😉


Ein weiteres gern genanntes Argument gegen das E-Auto ist der Preis. Hier wird dann immer auf die teuren Teslas verwiesen. Nun ja, natĂŒrlich ist ein Tesla teurer als ein VW golf. Aber wer kĂ€me auf die Idee einen VW Golf mit einem Ferrari gleich zu setzten und sich dann ĂŒber den Preis des Sportwagens zu beschweren? NatĂŒrlich ist die gehobene, luxuriöse und sportliche Variante teurer! Aber vergleicht man objektiv in einem Segment (golf, Zoe, Leaf, Kona, Soul EV, Ionic...) dann liegt man bei Ă€hnlichen Ausstattungen doch preislich nahezu gleich. Wenn man dann noch die aktuelle "UmweltprĂ€mie" + Herstellerrabatte vom Kaufpreis abzieht sind es meist 8000€ weniger. Hinzu kommt, dass man beim E-Auto minimale Wartungskosten hat. Es gibt kein Öl das gewechselt werden muss, die Bremsen halten viel lĂ€nger, die Motoren sind langlebiger und generell sind es eben viel weniger Verschleißteile.

FĂŒr mich jedenfalls gibt es aktuell nur einen einzigen Grund einen Verbrenner nehmen zu mĂŒssen: Das wĂ€re die Behinderungen meines JĂŒngsten, die vielleicht bald eine Rollstuhl und den damit verbundenen Platz erfordert. Hier fehlt es noch an der passenden Modellpalette. Aber ich weiß aus sicherer Quelle das sich das dieses Jahr Ă€ndern wird. Dann wird eben der Zoe gegen einen neuen E-Kangoo getauscht. Der aktuelle ist leider Ladetechnisch zu langsam unterwegs und technisch etwas veraltet. Der Kangoo sieht zwar nicht besonders hĂŒbsch aus, aber das ist wegen dem oben genannten Grund egal. Seinen Zweck wird er erfĂŒllen.